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  • Das Bild zeigt in einer Vogelperspektive den Blick über das geplante Quartier und die Stadt Essen bis zum Horizont.
  • Das Bild zeigt den Lageplan in der Innenstadt von Essen.
  • Das Bild zeigt den Blick von Südwesten auf das Gebäude des ersten Bauabschnitts.
  • Das Bild zeigt den Blick auf die Hauptfassade mit der davor liegenden großzügigen Treppenanlage zum Vorplatz.
  • Das Bild zeigt die Südansicht des ersten Bauabschnitts mit der Polizeiwache im Erdgeschoss.
  • Das Bild zeigt den Blick in den geplanten Innenhof zwischen Verwaltungsgebäude und der Wohnbebauung am nördlichen Blockrand.
  • Das Bild zeigt die Ansicht von der Schützenbahn.
  • Das Bild zeigt die Ansicht von der Steeler Straße.
  • Das Bild zeigt die Ansicht von der Varnhorststraße.
  • Das Bild zeigt den Längsschnitt durch das Gebäude.
  • Das Bild zeigt den Querschnitt durch das Gebäude.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 1. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 1. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 2. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 3. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 4. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 5. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss 6. Obergeschoss.
  • Das Bild zeigt den Grundriss der Tiefgarage.
Verwaltungscampus Essen
Projekt­informationen
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Verwaltungscampus Essen

NutzungVerwaltung, Polizei, Wohnen
BauherrImmobilien Management Essen GmbH
OrtEssen
Jahr2026
BGF9.500 qm
Konzeptwerkstatt 2026 Prämierter Entwurf

Die Stadt Essen beabsichtigt zwei Liegenschaften in zentraler Lage Essens zu entwickeln. Das Plangebiet erstreckt sich zwischen der Steeler Straße, der Varnhorststraße und der Bernestraße. In einem ersten Entwurfsschritt soll eine Polizeiwache und zusätzliche Flächen für noch zu bennenende Verwaltungseinheiten der Stadt Essen konzipiert werden. Das Grundstück ist sinnvoll in zwei mögliche Bauabschnitte zu gliedern. Detailliert betrachtet wird zunächst nur der erste Bauabschnitt. Der zweite Bauabschnitt, der zunächst nur hinsichtlich seiner Baumasse und seiner Einfügung in den städtebaulichen Kontext konkretisiert wird, wird seitens der Entwurfsverfasser flexibel in seiner Nutzung gesehen. Es ist sowohl ein weiteres Verwaltungsgebäude als auch Wohnnutzung an diesem Standort denkbar. Unmittelbar an die Alte Synagoge angrenzend befindet sich die zweite Liegenschaft zwischen Alfredistraße und Steeler Straße. Dieses Areal ist im Ideenteil der Aufgabe jedoch nur rudimentär zu betrachten.

 

Städtebau

Der vom Entwurfsverfasser vorgeschlagene Entwurfsansatz bewegt sich im Spannungsfeld der Erfordernisse des Denkmalschutzes und einer städtebaulichen Anbindung des neuen Quartiers an sowohl die Innenstadt als auch die Verknüpfung mit dem Rathaus als zentralem Verwaltungsstandort der Stadt Essen. Die vorgeschlagene Baumassenverteilung vermittelt zwischen heterogener innerstädtischer Struktur und nördlich angrenzender Wohnbebauung, die sich größtenteils in klassischer Blockrandbebauung artikuliert. Der erste Bauabschnitt ist ein 4 bis 7-geschossiger L-förmiger Baukörper, der längs der Varnhorststraße angeordnet wird. So entsteht mit der durch den Abbruch des Schwimmbads wieder erlebbar gewordenen Südfassade des Katholischen Stadthauses vis á vis der Bernestraße ein der Innenstadt zugewandter dreieckiger Vorplatz von dem aus der öffentliche Zugang zur Polizeiwache und den weiteren Verwaltungseinheiten ermöglicht wird. Die Polizeiwache ist hierbei längs zur Varnhorststraße angeordnet, um kurze Wege zu den Alarmstellplätzen an eben dieser Straße zu gewährleisten und größtmögliche öffentliche Präsenz zu zeigen. Im rückwärtigen Teil des Grundstücks ist der 2. Bauabschnitt längs der Steeler Straße verortet. Da der 1. Bauabschnitt als Barriere zum Verkehrslärm der Varnhorststraße zu betrachten ist, wäre an diesem Standort durchaus auch eine Wohnbebauung denkbar oder er wird alternativ ebenfalls als Bürobebauung entwickelt. BA 2 ist ein 4 bis 6-geschossiger, U-förmiger Baukörper. Gemeinsam mit dem Volumen des 1. Bauabschnitts wird ein grosser, halb-öffentlicher Innenhof definiert, der zum Einen von der Polizei und zum Anderen von den Bewohner:innen/Nutzer:innen als Freiraum genutzt werden kann. Komplettiert wird der städtebauliche Ansatz durch die zwischen Alfredistraße und Steeler Straße vorgeschlagene Wohnbebauung. Diese hält respektvollen Abstand zur Alten Synagoge. Es entsteht eine Gasse, die fußläufig von der Ribbeckstraße über den Vorplatz des neuen Verwaltungsgebäudes bis zur Bernestraße und darüber hinaus in die Essener Innenstadt führt. Die aus der vorgeschlagenen Baumasse resultierenden Kennzahlen GRZ und GFZ sind in einem verträglichen Maß und folgen den Empfehlungen des Auslobers.

 

Architektur/innere Organisation

Polizeiwache und Verwaltung werden vom Vorplatz des Ensembles erschlossen. Die Polizei erhält ihren eigenen Haupteingang mit erforderlicher Schleuse, hinter der sich die logische Raumabfolge einer Polizeiwache erstreckt. Nebenein- sowie Ausgänge zum geschützten Außenbereich der Wache bzw. zu den Alarmstellplätzen längs der Varnhorststraße ergänzen die Erschließung der Nutzungseinheit, die sich zur Gänze im 4-geschossigen Teil des Baukörpers befindet. Den Verwaltungseinheiten, die in den Geschossen EG – 6. Obergeschoss angeordnet sind,  ist eine zentrale Lobby plus der erforderlichen Aufzüge und Fluchttreppenhäusern vorgelagert. Diese befindet sich im „Knickpunkt“ des L-förmigen Baukörpers. Der Rhythmus der Fassade erlaubt in jedem Raster von 1,40m einen Fassadenanschluss für Trennwände und räumt so den Nutzern größtmögliche Gestaltungsfreiheit bei der Bürogestaltung ein.

 

Baukörper/Baukonstruktion

Nachhaltigkeit ist das Leitmotiv der gewählten Baukonstruktion für die Neubauten. Der vorliegende Entwurf basiert auf einer strengen modularen Ordnung, die aus den erforderlichen Funktionsbereichen differenziert abgeleitet wird. Gleichzeitig wird durch den Ansatz einen möglichst kompakten und zusammenhängenden Baukörper zu entwickeln, das Bestreben nach einem wirtschaftlichen und energiesparenden Grundlayout unterstrichen. Die kompakte Bauform mit gutem Verhältnis von Hüll- zu Nutzfläche erlaubt einen außerordentlich wirtschaftlichen Betrieb des Verwaltungsgebäudes. Die Bürogeschosse des Neubaus sind auf einem Rastermaß von 1,40 m in sowohl Längs- als auch Querrichtung aufgebaut, wodurch sich eine maximal flexible Aufteilung der gewünschten Büroflächen bei gleichzeitig unterschiedlichen Nutzeranforderungen realisieren lässt. Diese Flexibilität bei der Gestaltung der Büro- und Nebenflächen weist zudem eine hohe Wirtschaftlichkeit auf. Das übergeordnete Raster von 8,40m mal 8,40m ist zusätzlich für die erforderliche Tiefgarage die wirtschaftlichste Lösung. Auf jedem Geschoss gibt es feste Nebenflächen, wie WC-Anlagen, Teeküchen und Wartebereiche. Das geplante Schachteltreppenhaus für den höheren Gebäudeteil stellt die wirtschaftlichste Lösung für die notwendigen baulichen Rettungswege dar. Die Treppenhäuser der Polizeiwache sind anforderungsgemäß streng von den öffentlich zugänglichen Treppenhäusern getrennt. Die Positionierung der Stahlbetonstützen lassen verschiedene Bürokonfigurationen wie z.B. Großraum- oder Kombibüros zu. Die schalldämmenden System-Flurtrennwände sind neben einer Glasvariante auch mit halbtransparenten oder opaken Füllungen realisierbar. Innenseitig können transluzente Vorhänge bei Bedarf für die nötige Diskretion sorgen. Die sorgsam gegliederte Gebäudehülle besteht aus mit Abbruchklinkern verkleideten Stahlbetonfertigteilstützen und horizontalen Geschossbändern aus Stahlbetonfertigteilen. Als Kontrast zum hellen Materialkanon der massiven Bauteile sind die Profile der Fassade im Farbton Bronze gehalten und bauen somit eine dynamische visuelle Spannung auf, die auch von weitem sichtbar wird. Moderne Aluminiumfenster, die zu den besonders lärmbelasteten Außenbereichen hin als Kastenfenster ausgeführt werden, erhalten einen integrierten aber revisionierbaren Sonnenschutzbehang innerhalb des Öffnungsflügels und ermöglichen so einen zuverlässigen Sonnenschutz. Die Sonnenschutzlamellen sind separat steuerbar und dienen als Sonnen- und Blendschutz, sie können aber auch lichtlenkend eingesetzt werden und damit durch höchstmögliche Tageslichtnutzung einen Beitrag zur Reduzierung des Energiebedarfs leisten. Die Verglasungen der Fenster erhalten bis zu einer Höhe von 1m ab OKFF (in den Obergeschossen +75cm ab OKFF) eine raumseitige opake Folierung, um den Anforderungen an Diskretion (FBL der Polizei NRW) gerecht zu werden. Die Böden in den öffentlichen Bereichen sind mit einem Naturstein „Kalkstein dt.-grau“ geplant. In den Bereichen ohne Publikumsverkehr wird es einen robusten Nadelvlies oder einen Boden gem. FBL der Polizei NRW geben. Eine grosszügige Technikfläche auf dem höhergelegenen Dach, die allseitig von einer Lamellenkonstruktion eingefasst wird,  ist für die erforderliche Lüftungstechnik vorgesehen; im zweiten Kellergeschoss befinden sich zudem weitere Technikräume. Bei der Technikebene auf dem Dach handelt es sich ausdrücklich nicht um ein Vollgeschoss; für die städtebauliche Raumwirkung hält der Entwurfsverfasser allerdings eine Überhöhung des Bauwerks an dieser Stelle für sinnvoll. Das definierte Konstruktionsraster vom 1. Bauabschnitt wird auch dem zweiten BA zugrunde gelegt. Für eine Wohnbebauung schlägt der Entwurfsverfasser vor die Fassaden um ein 1,40m Raster nach innen zu verlegen. So entstehen für die Wohnungen nutzbare Loggien und ggf. je nach gewählter Grundrissvariante mögliche Laubengänge. Im übergeordneten Raster von 8,40m auf 8,40m, das auf die unter dem Baukörper positionierte Tiefgarage verweist, kann eine Vielzahl unterschiedlich grosser Wohnungstypen realisiert werden. Die Dächer des 2.Bauabschnitts werden grosszügig begrünt und dienen wie der halböffentliche Innenhof und die Dachfläche auf dem 3. Obergeschoss des 1. Bauabschnitts als Rekreationsfläche. Die erforderlichen Abstandsflächen werden für beide Bauabschnitte eingehalten.

Wirtschaftlichkeit

Im Rahmen der städtebaulichen Bedingungen wurde eine hochwertige Lösung in Bezug auf die Grundrissorganisation und die Materialität gefunden. Diese weist auch aufgrund ihrer Flexibilität bei der Gestaltung der Büros eine hohe Wirtschaftlichkeit auf. Durch die verklinkerte Fertigteil-Fassade in Kombination mit den Aluminiumfenstern bzw. Aluminiumkastenfenstern entsteht eine hochwertige und gleichzeitig pflegeleichte Fassade. Ein weitgehender Verzicht auf wartungsintensive Technik senkt die laufenden Unterhaltskosten. Der Passivhausstandard sorgt für niedrige Energiebedarfe. Die Büros erhalten einen Hohlraumboden um flexibel auf zukünftige Entwicklungen der inneren Organisation oder der Bürotechnik reagieren zu können.

Außenraumgestaltung/ruhender Verkehr

Die 2-geschossige Tiefgarage verfügt insgesamt über 152 PKW- und 112 Fahrradstellplätze. Bei Bedarf kann sie problemlos an beliebiger Stelle in einen öffentlichen als auch einen gesicherten Bereich unterteilt werden. Die barrierefreien Besucherstellplätze werden in der Tiefgarage bereitgestellt. Der weitere Stellplatzbedarf der Liegenschaft wird dann über die Tiefgarage des zweiten Bauabschnitts abgedeckt werden. Im gesicherten Außenbereich der Polizeiwache werden Stellplätze für 7,5 Tonner und Einsatz-Motorräder vorgehalten. Längs der Varnhorststraße sind die erforderlichen 13 Alarmstellplätze positioniert. Der Parkstreifen entlang der Bernestraße kann ggf. in der Anzahl reduziert und für Besucher der Wache vorgehalten werden.