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  • Das Bild zeigt eine skizzenhafte Darstellung des Gebäudes.
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  • Das Bild zeigt einen Schnitt durch das Gebäude.
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  • Das Bild zeigt das Modell der Schule.
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Phoenix-Gymnasium Dortmund-Hörde
Projekt­informationen
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Phoenix-Gymnasium Dortmund-Hörde

NutzungSchule
BauherrStadt Dortmund
OrtDortmund-Hörde
Jahr2026
BGF3.990 qm
Realisierungswettbewerb 2026 3.Preis

In Zusammenarbeit mit Wucherpfennig Architektur, Münster

und Kemming Landschaftsarchitektur, Münster

 

 

Erläuterung:

Nachhaltigkeit ist das Leitmotiv der gewählten Baukonstruktion für den Neubau. Der vorliegende Entwurf basiert auf einer strengen modularen Ordnung mit einem Raster von 1,50 m x 1,50 m, die aus den erforderlichen Funktionsbereichen differenziert abgeleitet wird. Gleichzeitig wird durch den Ansatz einen kompakten und zusammenhängenden Baukörper zu entwickeln, das Bestreben nach einem wirtschaftlichen und energiesparenden Grundlayout unterstrichen. Die kompakte Bauform mit gutem Verhältnis von Hüll- zu Nutzfläche erlaubt einen außerordentlich wirtschaftlichen Betrieb des Schulgebäudes.

Der Entwurf setzt auf einen solitären, prägnanten Baukörper mit klarer Kubatur, der sich als eigenständige städtebauliche Figur im Kontext verortet. Die 5-geschossige Bauweise (UG bis 4. OG) ermöglicht eine kompakte, aber flexible Nutzung des Raums.

Der Baukörper steht auf einem Sockel, der die Erdgeschosszone betont und als Übergang zwischen öffentlichem Freiraum und den Obergeschossen fungiert. Diese Sockelzone integriert die Haupterschließung von Süden über eine Treppenanlage mit Rampe, deren Höhe je nach Topografie zwischen 15 cm und 42 cm variiert. Hierdurch wird sowohl die barrierefreie Erschließung als auch eine harmonische Einbindung in das Gelände gewährleistet. Aus dem Sockel wird eine Terrasse als Erweiterung des Forums in Außenraum gebildet.

Der neue Außenraum des Phoenix-Gymnasiums ist robust genug für den Schulalltag, offen genug für Begegnung und sensibel genug, um auf Klima, Wasser und Bestand zu reagieren.

Zwischen Faßstraße, Sporthalle und Neubau entsteht kein reiner Rest- oder Durchgangsraum, sondern ein klar gefasster, gut auffindbarer Freiraum, der Ankommen, Aufenthalt und Bewegung miteinander verbindet. Die Erschließung erfolgt barrierefrei. Breite, gut einsehbare Wege binden den Erweiterungsbau an den bestehenden Schulhof und die Sporthalle an und es entstehen klare Sichtbeziehungen. Der Eingangsbereich wird als adressbildender Vorplatz ausgebildet.

In den Hauptbewegungsflächen kommt ein Klimapflaster mit geringem Abflussbeiwert zum Einsatz. Fahrradstellplätze und weniger stark belastete Flächen werden mit Rasenfugenpflaster ausgestattet, wodurch Versiegelung reduziert und Regenwasser bereits

vor Ort zurückgehalten wird. Die Stellplätze werden ebenfalls wassersensibel geplant und vorgefiltert, bevor anfallendes Oberflächenwasser weitergeführt wird.

Hecken und Grünbeete gliedern die Parkplatzbereiche und binden sie gestalterisch in den Schulfreiraum ein. Oberflächenwasser wird über Pflasterrinnen gesammelt und gezielt in Mulden, Vegetationsflächen oder gedrosselt in die Emscher geleitet. In Verbindung mit dem Retentionsdach entsteht ein durchgängiges Regenwasserkonzept, das Wasser sammelt, verzögert und sichtbar in den natürlichen Kreislauf zurückführt.

Aufenthaltsqualität entsteht durch eine einfache, robuste Möblierung. Holzpodeste bieten Treffpunkte für Pausen, Gespräche oder selbstständiges Lernen im Freien. Ergänzend schaffen Sitzblöcke dauerhafte, pflegeleichte Aufenthaltsorte entlang der Wege und Grünflächen.

Es entsteht ein Freiraum, der unterschiedliche Nutzungen zulässt: Warten, Sitzen, Treffen, Durchqueren, Zurückziehen.

Die Pflanzflächen sind als widerstandsfähige Grünbeete mit standortgerechter Vegetation angelegt. Sie strukturieren den Außenraum, verbessern das Mikroklima und bilden einen grünen Filter zur Faßstraße sowie zu den Stellplatzflächen. Hecken fassen Teilbereiche, ohne den Raum abzuschotten. Die südlich angrenzende Platane wird als wichtiger Bestandsbaum respektiert und in die Freiraumgestaltung eingebunden.

Die Beleuchtung bestehend aus Poller- und Mastleuchten begleiten die Hauptwege, Eingänge, Fahrradstellplätze und Aufenthaltsbereiche. Sie sorgt für Orientierung und Sicherheit, vermeidet jedoch unnötige Lichtverschmutzung.

 

Die Fassade ist geprägt von umlaufenden horizontalen Sichtbetonbändern, die dem Gebäude mit ihrer roten Einfärbung und der Höhe von 50 cm eine klare, rhythmische Struktur verleihen. Der Sockel und die Attika sind ebenfalls als Sichtbetonbänder ausgebildet und betonen die horizontale Gliederung.

Die vertikale Struktur wird durch Stützen aus rotem Dünnformat-Klinker mit roter Fuge erreicht, die eine harmonische Ergänzung zum Beton darstellen. Die Fenster sind als Holz-Aluminium-Elemente ausgeführt, innen in Eiche, außen mit einer rot pulverbeschichteten Aluminiumdeckschale.

Absturzsicherungen aus Glas gewährleisten Transparenz und Offenheit.

Die innenseitigen Fassadenflächen sind mit Holzvertäfelung aus Eiche verkleidet, was eine warme und wohnliche Atmosphäre schafft. Integrierte Sideboards aus Eiche vor den Fenstern dienen sowohl als funktionales Element als auch als gestalterischer Akzent. Diese Möblierungselemente sind in die Architektur integriert und tragen zur räumlichen Qualität bei.

 

Die offene Treppe ist nicht nur Erschließungselement, sondern auch ein identitätsstiftendes, räumlich prägendes Element, das die Geschosse verbindet und Transparenz schafft.

In die Fassade integrierte Sideboards verbinden Funktionalität (z. B. Stauraum, Arbeitsflächen) mit gestalterischer Prägnanz und gliedern die Fassade rhythmisch.

Die nach Norden ausgerichteten Loggien bieten geschützte Außenräume, die als Erweiterung der Innenräume genutzt werden können. Sie fördern die Nutzung des Außenraums für Lern- und Kommunikationszwecke.

Der multifunktionale Aufenthaltsbereich des großzügigen Foyers dient als sozialer Knotenpunkt und fördert die Begegnung zwischen Schülerinnen- und Schülern sowie dem Lehrpersonal.

Transparente Wandelemente in Kombination mit den Holz-Aluminium-Fenstern ermöglichen optimale Tageslichtnutzung und schaffen Sichtbeziehungen sowohl zwischen den Innenräumen als auch zwischen den Innen- und Außenräumen. Dies fördert eine helle, offene Atmosphäre und reduziert den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.

Die Beleuchtungskonzeption folgt dem Prinzip der funktionalen und atmosphärischen Ausleuchtung. Im Foyer und den Gemeinschaftsbereichen kommen indirekte, warme Lichtquellen zum Einsatz, um eine einladende Stimmung zu erzeugen. In den Nutzungsbereichen (z. B. Cluster, Bibliothek) wird tageslichtabhängige, dimmbare Beleuchtung eingesetzt, um Energie zu sparen und den Komfort zu erhöhen.

 

Der Entwurf verfolgt ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigt.

Eine Photovoltaikanlage in Ost-West-Ausrichtung auf dem Dach ermöglicht die Eigenstromerzeugung und reduziert die CO₂-Bilanz. Die extensive Dachbegrünung verbessert das Mikroklima, fördert die Biodiversität und dient als Regenwasserspeicher.

Das Regenwassermanagement über Mulden-Systeme entlastet die Kanalisation und leitet das Wasser kontrolliert in die renaturierte Emscher ab.

Die Materialwahl (z. B. Holz, recycelbare Aluminiumelemente) priorisiert langlebige, recyclierbare Baustoffe mit geringem Wartungsaufwand. Die modulare Skelett-Konstruktion ist aus Kostengründen zunächst in Stahlbeton (Decken auch als Stahlbetonhohldielen möglich) angedacht, kann aber aufgrund der Spannweiten auch problemlos als Holz-Skelett-Konstruktion realisiert werden.

Das 1,50 m-Raster ermöglicht eine modulare Grundrissgestaltung, die sich an zukünftige Nutzungsänderungen anpassen lässt. Die kompakte Baukörperform minimiert die Hüllfläche im Verhältnis zum Volumen und reduziert so Wärmeverluste sowie Kosten für Heizung und Kühlung.

Das wiederholbare Raster und die klare Struktur der Grundrisse ermöglichen eine wirtschaftliche Umsetzung mit geringem Planungs- und Bauaufwand.

Der kompakte Baukörper und das daraus resultierende günstige A/V-Verhältnis reduzieren sowohl die Baukosten der KG 300 als auch die Kosten der technischen Anlagen (z. B. Lüftung und Heizung) und senken zugleich die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus. Durch den möglichen Verzicht auf eine mechanische Belüftung der Hauptnutzungsräume, der kompakten Gebäudeform mit geringen Außenwandflächen sowie des effizienten Grundrisslayouts mit reduzierten Innenwandflächen lässt sich ein insgesamt sehr wirtschaftliches Gebäude realisieren.

Die ermittelten Herstellungskosten (KG 300 + 400, brutto) liegen mit ca. 10.780.000 € deutlich unter dem in der Auslobung angegebenen Kostenrahmen von 12.500.000 €.

Auch im Betrieb sind aufgrund der reduzierten Innen- und Außenwandflächen, des Einsatzes langlebiger Materialien sowie der klaren und robusten Grundrissstruktur geringe Folge- und Betriebskosten zu erwarten.

Die Umsetzung erfolgt streng gemäß Raumprogramm, wobei zusätzliche Qualitäten durch Loggien und die zentrale Mittelzone geschaffen werden.

Technische und dienende Räume (z. B. WC-Anlagen, Technikflächen, Lager) sind funktional und platzsparend angeordnet, um die Nutzfläche zu maximieren. Die Clusterorganisation fördert die Gemeinschaftsbildung und ermöglicht eine flexible Nutzung der Räume. Durch die Dachbegrünung und das Regenwassermanagement wird ein Beitrag zur Klimaresilienz geleistet. Die Photovoltaikanlage reduziert den Primärenergiebedarf und senkt die CO₂-Emissionen.

Durch die klare Kubatur, die flexible Clusterorganisation und die hochwertige Materialität entsteht ein Gebäude, das nicht nur funktional, sondern auch identitätsstiftend und zukunftsfähig ist. Die Nachhaltigkeitsmaßnahmen (Photovoltaik, Dachbegrünung, Regenwassermanagement) unterstreichen die Verantwortung gegenüber der Umwelt, während die offene, transparente Gestaltung die soziale Interaktion fördert.